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  • Birgit Fehst

Liebe in Zeiten von Corona

Seit mehr als einem Jahr nun sind wir in Lockdowns „gefangen“ und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn genau das ist das Gefühl, das viele Paare gerade beschreiben. Zusammen Home Office zu machen, nicht ausgehen oder auch mal getrennt Sport machen zu können, und dann auch noch die zunehmend nervös werdende Kinderschar gemeinsam zu betreuen, hat weitreichende Folgen.


Es ist einfach sehr unsexy, sich in Jogginghosen täglich in der Küche zu begegnen. Es fehlt die Sehnsucht, die entstehen kann, wenn man sich zumindest ein paar Stunden nicht sieht. Selbst wenn die Wohnung oder das Haus groß genug ist- allein zu wissen, dass der andere ein paar Meter weiter am Schreibtisch sitzt, reicht schon, um Beklemmungsgefühle aufkommen zu lassen. Es macht Sinn, für etwas Distanz zu sorgen. Falls einer tatsächlich ins Büro gehen kann, sollte er das tun. Oder sich um andere Zeiten zu kümmern, die man getrennt verbringen kann.


Zum Beispiel damit, Freunde zu treffen. Denn das ist ein ganz großer Faktor, der für viel Unmut gesorgt hat. Wir brauchen andere Menschen, um uns zu regulieren, sprich, um unser Nervensystem zu regulieren. Mit freundlicher Kommunikation, mit einem harmonischen Miteinander, damit wir uns sicher und ausgeglichen fühlen. Vielleicht erinnern Sie sich an das letzte mal, als Sie mit einer Freundin/einem Freund einen ausgelassenen und lockeren Abend verbracht haben. Wie ausgeglichen und auch glücklicher Sie sich auch eine Weile danach noch gefühlt haben? Wenn die Inzidenzwerte nun sinken und auch die Kontaktbeschränkungen lockerer werden, ist es eine gute Idee, sich um Freundschaften wieder vermehrt zu kümmern. Gehen Sie alleine mit ihren Freunden aus und auch zusammen mit ihrem Partner, machen Sie Pärchenabende. Sorgen Sie für gute Gefühle und Leichtigkeit.


Insgesamt ist es eine gute Idee, gerade in diesen Zeiten auch für die eigene Ausgeglichenheit individuell ein wenig etwas zu tun, um sowohl alleine als auch als Paar oder Familie gut durch diese Pandemie zu kommen, die leider wahrscheinlich nicht schon in wenigen Wochen vorbei sein wird. Ich gebe Ihnen hier mal ein paar Anregungen:


1. Um immer wieder in einen guten Zustand zu kommen, üben Sie eine weiche Bauchatmung. Setzen Sie sich bequem hin, schließen Sie die Augen oder senken Sie leicht den Blick und atmen Sie leicht und ohne Druck in den Bauch. Auf eins ein und auf eins aus. Sollten Sie etwas nervös sein, dann auch gerne auf eins ein und auf zwei aus. Das erhöht die CO2 Konzentration im Blut und beruhigt.


2. Sollten Sie gestresst sein, schütteln Sie sich einfach immer mal wieder aus. In einer ruhigen unbeobachteten Minute den ganzen Körper. So werden Stress-Hormone abgebaut und Sie fühlen sich schnell wieder etwas besser.


3. Halten Sie sich aufrecht. Eine aufrechte Haltung schützt gegen einen ängstlichen oder sorgenvollen Zustand und wenn Sie dann auch noch die Arme eine Weile in den Himmel strecken und breit dabei grinsen, werden Sie sich schnell wieder viel positiver fühlen.


Man kann sich auf zwei Arten regulieren: „Bottom-up“ und „Top-down“. „Bottom-up“ bedeutet, ich gehe über den Körper und reguliere mein Nervensystem mit Körperübungen wie Atemtechniken, Schütteln, Klopfen und vielem mehr. „Top-down“ bedeutet, ich kann mit meinen Gedanken meinen Körper beeinflussen. Das, was ich denke und auch glaube, schüttet Neurotransmitter aus und macht gute oder schlechte Gefühle. Gedanken und Körper hängen unmittelbar zusammen und bedingen sich gegenseitig. Man nennt es auch „Embodiment“.


Ich persönlich mache täglich meine Übungen, und zwar auf beiden Ebenen. Und natürlich unterstütze ich auch Sie gerne dabei, wenn Sie für sich etwas tun möchten!

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